Ziel des Projektes war es, den Kindern das Phänomen „Oper“ näherzubringen, indem auch eigene Bezüge zur Lebenswirklichkeit hergestellt werden können und Barrieren abgebaut werden. Die Oper
„Hänsel und Gretel“ erschien dafür besonders geeignet, da der Stoff als Märchen zum einen einfach und vielen Kindern bereits in irgendeiner Form vertraut ist, zum anderen sich daran aber auch
komplexere Sachverhalte erschließen lassen, z.B Armut als Phänomen, Patchwork Familie,
Hexen, Rollenverhalten Jungen / Mädchen etc.
Bei der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Märchenstoff konnten die meisten Ziele davon erreicht werden, insbesondere im Deutsch und im Philosophieunterricht, in welchem ich selbst stark
involviert bin. In musikspezifischer Hinsicht konnte die Oper als Kunstform behandelt und kennengelernt werden. Wichtig in diesem Zusammenhang war auch der „Mitmachaspekt“. Vor der Aufführung
wurde in Absprache mit dem Künstlerensemble um Frau Morrisson einige zentrale Lieder Themen und Tänze eingeübt mit allen Klassen, zB „Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh“ oder „Brüderchen
komm tanz mit mir“. Dadurch konnten die Kinder einen positiven und aktiven Zugang zu der Oper entwickeln.
Beschreibung der Projektaktivitäten
Nachdem das Projekt „Hänsel und Gretel' feststand habe ich mich zunächst mit Frau Morrison und den Musikkollegen besprochen und wir haben uns auf das weitere Vorgehen geeinigt, also welche
Lieder/ Musikstücke in welchen Klassenstufen von welchen Kollegen unterrichtet werden etc.Wir haben auch den fachfremd unterrichtenden Kolleginnen Unterrichtsmaterial zur Verfügung
gestellt.
Anschließend wurde das Projekt dem Gesamtkollegium, vor allem den Deutsch- und Kunstlehrern präsentiert und gemeinsam überlegt, wie man den Stoff in den jeweiligen Klassenstufen behandeln kann.
Die Art, Dauer und Umfang variierte dabei je nach Klassenstufe / Lehrkraft/Schülergruppe. Das reicht z.B. vom einfachen Vorlesen des Märchens und einfachen Bilder malen in einigen ersten Klassen
bis hin zur komplexen Analyse, Inhaltsangabe, Neu- oder Umschreiben des Stoffes in die moderne Zeit.
Insgesamt hatten wir für die Vorbereitung der Aufführung ca. 4 Wochen Zeit.
Die zwei Aufführungen wurden diesmal in der Aula des Gymnasiums durchgeführt. Die hatte gegenüber der Turnhalle diverse Vorteile. Es gibt dort vom Aufbau her eine richtige erhöhte Bühne und einen
halbrunden, in der Höhe gestaffelter Zuschauerraum mit guter Sicht von allen Plätzen. Zudem ist die Akustik dort deutlich besser als in der Turnhalle.
3. Komplikationen / Herausforderungen
Die erste Herausforderung bei solchen Projekten besteht erfahrungsgemäß darin, die Kolleginnen zu überzeugen. Es geht also darum klarzumachen, dass es sich nicht um „Extra-“ oder Mehrarbeit
handelt, dass es mit relativ wenig Aufwand realisiert werden kann und dass es auch in den normalen Unterricht integriert werden kann.
Diese Bedenken muss man ernstnehmen. Wir begegneten dem, indem wir Material für den Musik Deutsch- und Kunstunterricht zur Verfügung gestellt haben, welches adhoc verwendet werden konnte. Es gibt
hierzu zahlreiche Beispiele im Internet und einiges haben wir selbst erstellt.
Auf Schülerseite gab es teilweise Probleme beim Einstudieren der Lieder und Tänze. Diese wurden in den dritten und vierten Klassen als zu „babyhaft“ empfunden, bei einigen Schülern wurden
Assoziationen an die Kitazeit wach.
Dies ließ sich in der Regel lösen, indem man den SchülerInnen klarmachte, dass es vor allem für die kleinen Klassenstufen wichtig sei, dass sie als „große“ Vorbilder auch mitmachten.
Die erwarteten Komplikationen beim Hören von Teilen der Oper mit dem ungewohnten Gesang blieb diesmal erstaunlich gering. Vielleicht ist dies darauf zurückzuführen, dass wir bereits im Jahr davor
ein ähnliches Projekt mit ähnlicher Herangehensweise mit der „Zauberflöte“ durchgeführt hatten, so dass die älteren Schüler schon grundsätzlich damit vertraut waren.
Öffentlichkeitsarbeit / Resonanz
Die Aufführung fand schulintern statt. Pressevertreter waren zwar informiert / eingeladen, sind jedoch leider nicht erschienen. Wir haben das Projekt aber in der Schule und der Schulelternschaft
beworben und kommuniziert, zB. in Briefen an die Schulelternvertreter und den Verein der Freunde und vor allem auf unserer Schulhomepage.
Der Förderverein unserer Schule unterstützt das Projekt großzügig, damit wir mit zwei Aufführungen an einem Tag alle Schüler erreichen können. Dafür wurden wie auch schon im letzten Jahr ca 300
Euro zur Verfügung gestellt.
Die Resonanz direkt nach der Aufführung der Künstler war überwältigend. Das Stück wurde sehr professionell, unterhaltend und äußerst kurzweilig präsentiert. Schüler Lehrer und anwesende Eltern
waren begeistert. Die beteiligten Instrumente wurden zu Beginn einzeln vorgestellt, was auch besonders schön war. Die Sängerin / Erzählerin glänzte mit tollen Gesangspassagen (klassische
Gesangsausbildung!) und einem sehr ansprechenden Erzählstil. Das Ganze wurde ergänzt durch wunderschöne Illustrationen. Die Länge der Aufführung war ebenfalls genau richtig ( ca 50 Minuten). Auch
die Mitmachpassagen haben gut funktioniert. Gerade bei den Klassenstufen eins und zwei wurden diese Aktionsangebote sehr dankbar angenommen.
Die Resonanz bei den Kollegen war ebenfalls sehr positiv.
Nachhaltigkeit und Wirkung
Bei den Kindern konnte eine verbesserte positive Erwartungshaltung gegenüber der Kunstform Oper / Operngesang festgestellt werden ( s.oben Auswirkungen des letzten Projektes „ Zauberflöte“)
Auch bei dem Kollegium konnte eine positvere Einstellung gegenüber solchen und evt folgenden Projekten festgestellt werden. Die Elternschaft steht dem Projekt sehr positiv gegenüber.
Gender Mainstreaming
Das Thema Gendern/ Rollenverhalten konnte in den 4. Klassen bei der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Märchen ansatzweise behandelt werden. Die Rolle von Jungen und Mädchen in diesem und
anderen Märchen konnte thematisiert werden. Hänsel und Gretel ist in diesem Zusammenhang ein gutes Beispiel für veränderte Rollen. Im Haushalt hat Gretel zwar die traditionelle Rolle zu erfüllen.
Im weiteren Verlauf des Märchens übernimmt sie jedoch eine aktive Führungsrolle und trägt so maßgeblich zum Sieg über die Hexe bei. Hänsel bleibt dagegen eher in der Opferrolle verhaftet. Dies
konnte in den höheren Klassenstufen und im Philosophieunterricht thematisiert werden. Bei den Klassenstufen ½ stand eher die künstlerische Umsetzung des Märchenstoffes im Vordergrund. Ebenso
natürlich die Erarbeitung musikalisch, hier das Singen der Lieder, das Erlernen der Tänze und das Hören der Oper in Auszügen. Außerdem gibt es diverse Filmaufnahmen aus der Oper, Aufzeichnungen
verschiedener Aufführungen. Sehr lustig ist auch ein kurzer Film aus der Reihe „ Lego Oper“ wo der Stoff auf eine sehr verkürzte, moderne und lustige Art dargestellt wird.
Abschließende Bemerkung
Das Förderprojekt des Kreises ist eine tolle Sache. Das Künstlerensemble um Frau Morrison ist unglaublich professionell und bietet Opern in unglaublich schöner und kindgerechter kurzweiliger Art
an. Der beste Beweis dafür sind die Kinder, welche es schafften 1 Stunde lang ohne Pause gebannt zuzuschauen und mitzumachen.
Schon seit der ersten Stunde wurde das Lernen der Kinder mit klassischer Musik untermalt, denn ein Quartett aus Klavier, Violine, Cello und Querflöte spielte sich für das geplante Kinderkonzert zu Thaikowskis "Nussknacker und Mausekönig" in der Aula warm.
Einigen Klassen öffneten extra die Klassenzimmertür, um den Vorgeschmack zu genießen. Um 10 Uhr versammelten sich also alle Kinder der ENS in der Aula und hörten die Geschichte vom Nussknacker und Mausekönig, erzählt von Ortrud Kuteifan zu Bildern der Künstlerin Katarzyna Studzinska- Sabbagh. Ergänzt wurde die Geschichte von Melodien von Peter Tschaikowski, gespielt von Natalie Morrison (Klavier und Konzertorganisatorin), Tomasz Lukasiewicz (Violine), Kerstin Garthe (Querflöte) und Cem Centinkaya (Cello).
Die Musik und die Geschichte zog die Kinder von Anfang an in ihren Bann. Sie litten mit dem Nussknacker und genossen die Tänze im Zuckerland und forderten nach Ende des Konzertes gleich mehrere Zugaben. Es war wieder ein sehr gelungenes Konzert, wir freuen uns schon auf das nächste.
Schon in den ersten beiden Stunden erklangen wunderbare aber ungewohnte Melodien in der ENS. In der Aula spielte sich das Ensemble "Märchen-Musik-Malerei" warm, das ab 10 Uhr für eine Stunde nicht nur Musik aus der Peer Gynt Suite von Edvard Grieg spielen sollten, sondern "begleitet" wurde von der Erzählerin Ortrud Kuteifan, die nach Bildern der Künstlerin Katarzyna Studzinska-Sabbagh die Geschichte von Peer Gynt erzählte und Solveighs Lied sangesstark vortrug.
Und so lauschten alle Kinder der Querflöte (Dace Helbig), dem Cello (Nariman Akbarov), der Violine (Daniel Thieme) und dem Piano, das von Ensmebleleiterin Natalie Morrison gespielt wurde. So wurde beim Stück "In der Halle des Bergkönigs" fasziniert mitgefiebert und bei "Anitras Tanz" begeistert mitgeklatscht.
Vielen Dank für den Musikgenuss.
Am Dienstag-Vormittag war die Aula den Jüngsten unserer Schulgemeinschaft vorbehalten.
Die Vorschule sowie die Klassen 1 und 2 waren eingeladen, ein musikalisches Märchen zu erleben.
Auf dem Programm stand die Geschichte vom „Schwanensee“, in der es –wie in jeder spannenden Erzählung- um Liebe, Verwechslung, Verwandlung und einen Bösewicht ging.
Eine Künstlergruppe unter der Leitung von Natalie Morrison brachte dieses wunderbare Märchenkonzert auf die Bühne. Die vier Musiker des Ensembles (Flügel- Natalie Morrison, Violine-Daniel Thieme, Querflöte- Dace Helbig, Cello - Nariman Akbarov) spielten die Musik des russischen Komponisten Peter Tschaikowsky höchst professionell und mit viel Herzblut. Ortrud Kuteifan, die stimmstarke Erzählerin, nahm die Kinder mit auf eine Reise in die fantastische Märchenwelt des Schwanensees. Sie verstand es auf sehr gekonnte Art und Weise und durch starke stimmliche Präsenz den verschiedenen Märchenfiguren Atem einzuhauchen, so dass die Kinder hingerissen zuhörten und mitfieberten.
Mit Hilfe eines Beamers wurden zudem farbige Illustrationen – die eigens für diese Märchenaufführung gestaltet wurden- auf die Leinwand projiziert.
Die Schüler und SchülerInnen hörten fasziniert zu und viele träumten sich versonnen in die Märchenwelt hinein. Wenn das eine oder andere Kind bei den wunderschönen, aber auch anspruchsvollen Musikstücken, kurzfristig abgelenkt schien, gab die Sprecherin unmerklich Bewegungsanregungen, die viele gern mitmachten.
Am Ende waren alle heilfroh, dass der Bösewicht „Rotbart“ besiegt war und die als Schwan verzauberte Prinzessin wieder ihre menschliche Gestalt annehmen durfte. Der schöne Prinz heiratete seine geliebte Prinzessin und alles war gut.
Gedankt sei einem großartigen Ensemble, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, schon die Kleinsten an große Meisterwerke heran zu führen.
Viele Kinder waren an diesem Tag das erste Mal in einem Konzert. Sie erlebten jenseits ihrer oftmals anstrengenden Schulvormittage und abseits der schnellen Bilder des alltäglichen Medienkonsums eine wohltuende Mußestunde der Kunst.
(Gabriele Sauer)
Hänsel und Gretel , Märchenkonzert mit Musik, Text und Bild in Herbst 2022.
Opernmusik an der Louise – einfach märchenhaft...
„Knusper, knusper, knäuschen – wer knuspert an meinem Häuschen?“ - so heißt es in
dem bekannten Märchen „Hänsel und Gretel“, das im Rahmen der Reihe „Profimusiker
spielen für Kinder“ als Märchenkonzert an unserer Schule aufgeführt wurde.
Frei nach der Musik von Engelbert Humperdinck und der literarischen Vorlage der Gebrüder Grimm
genossen die 3. und 4. Klassen eine sehr ausdrucksstarke und fesselnde Lesung von
Ortrud Kuteifan mit Bildern der Künstlerin Katarzyna Studzinska zu wunderbar
romantischer Musik. Unter der Leitung von Nathalie Morrison spielte das Ensemble auf
den verschiedenen Instrumenten: der Querflöte (Kerstin Gahrte), der Violine (Beate
Fiebig) und dem Klavier (Nathalie Morrison).
Am Schluss der Vorstellung brät- wie im Märchen - die Hexe im Ofen, die vielen verhexten
Kinder sind erlöst und die Geschwister „Hänsel und Gretel“ finden ihre Eltern wieder.
„Ende gut, alles gut!“
Ein großes Dankeschön an das Kinder-Märchen-Ensemble für diese wunderbare Stunde.